Klonen mit Risiko



Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Versuchsgebiete der Klonierung:

  - Erzeugen eines genetisch identischen Duplikats eines Lebewesens
  - Züchtung von Organen aus Stammzellen (Therapeutisches Klonen)

Klonen eines Erwachsenen Tieres:
  1. Dem Spenderweibchen wird eine reife Eizelle entnommen.
  2. Mit einer Haarfeinen Pipette wird der Kern der Eizelle herausgesaugt.
  3. Die Eizelle hat nun keinen Zellkern mehr, nur in den Mitochondrien verbleibt ein wenig mütterliche Erbinformation.
  4. Die entkernte Eizelle wird mit einer fremden Körperzelle verschmolzen, die ihren eigenen Satz an Erbinformation mitbringt. Im Gegensatz zu einem Spermium hat sie aber das Imprinting-Muster einer erwachsenen Körperzelle.
  5. Mit Stromschlägen wird die Befruchtung simuliert, die beiden Zellen fusionieren.
  6. Die Eizelle enthält jetzt bis auf die Mitochondrien-DNA nur Erbinformation der Spenderzelle. Nach ein paar Stunden bis Tagen in einer Kulturschale teilt sie sich und kann dann in die Gebärmutter einer Leihmutter eingepflanzt werden.
  7. Nach vollständiger Entwicklung wird die Replikation des ursprünglichen Lebewesens "ganz normal" ausgetragen.
Mögliche Fehlerquellen:

  • Das Verschmelzungsverfahren ist recht grob. Welche Schäden dabei auftreten ist nicht vorhersehbar.
  • Es ist unsicher ob die Eizelle die erwachsenen Merkmale der neuen DNA umpro-gramieren kann. => Entwicklungsschäden oder gar der Tod könnten eintreten
  • Im gegenteil zur normalen Befruchtung befinden sich im Fötus zwei verschiedene DNAs, nämlich erstens die der Eizellenspenderin in den Mitochondrien, und zweitens die zu Klonende DNA. Diese harmonieren eventuell nicht, das kann zu unvorhersehbaren Schäden führen.
  • Nach der Fusion muss die Eizelle einige Stunden bis Tage in einer Kulturschale bleiben, diese unnatürliche Umgebung könnte Schäden hervorrufen.

Selbst wenn ein Lebewesen erfolgreich geboren wird (und die Wahrscheinlichkeit liegt bei ca. 5 Prozent), sind längst nicht alle Probleme überstanden. Viele, wenn nicht die meißten geklonten Tiere haben Organschäden, sind großwüchsig und sterben früh. Das Spektrum der Krankheiten und Missbildungen ist derart groß, dass man im Moment "nur alle Schäden kartographiert" um dann später im Detail untersuchen zu können.

Ethische Bedenken:
  • Die Individualität verschwindet
  • Der Klon des Menschen wird zum Organersatzteillager
  • Menschliche Klone könnten als Arbeits- oder Kriegssklaven gezüchtet werden







Quellen: Bild der Wissenschaft 9|2002, Die Zeit 12|2001, http://www.science.org.au/nova/043/043print.htm (engl.) Referat von Gabriel Brachtel K12, 02|2003